Kinderbücher
Gute Kinderbücher sind nicht selten, denn auch die Kleinen brauchen Literatur. Sie sind für vielerlei Dinge notwendig: zum Spracherwerb, zur Erziehung, zur Fantasieförderung und zur Unterhaltung.
Spätestens mit Eintritt in die Kindergartenzeit tragen sie zur Entwicklung der Persönlichkeit bei. Für die Vorschulkinder gibt es neben den traditionellen Märchen auch Kinderbücher, die Vieles aus dem alltäglichen Umfeld reflektieren und somit der Erziehung förderlich sind. Meist handeln diese Bücher von Kindern gleichen Alters oder von Tieren mit menschlichen Verhaltensweisen. Die Kinder identifizieren sich mit diesen Figuren und übertragen deren Verhaltensweisen auf sich selbst. Vorbildlich geht z. B. ein kleiner Bär, nachdem er sich tausend Dinge ausgedacht hat, um die Grenzen seiner Eltern zu testen, mit geputzten Zähnen ins Bett. Oder ein etwa vierjähriges Mädchen zeigt, wie man spielerisch lernt, auf’s Töpfchen zu gehen. Diese Kinderbücher zeichnen sich durch wenig Text und sehr anschaulich gestalteten Bildern aus. Die Handlung ist meist konfliktarm und soll zeigen, wie eine bestimmte Fähigkeit erlernt werden kann.
Später dann kommen weitere Kinderbücher hinzu, in denen es um die Einführung in das gesellschaftliche Leben gehen kann. Hierbei helfen Freundschaftsgeschichten, die den Sinn für Gerechtigkeit und Solidarität aufweisen genauso wie Kinderbücher mit Individualisten in den Hauptrollen. Pipi Langstrumpf von Astrid Lindgren z. B. verknüpft alles in einem. Sie ist einzigartig in ihren Fähigkeiten. Sie ist völlig auf sich allein gestellt und kann alles, was man zum Überleben braucht: für sich kochen, ihr Haus verwalten, ihre Tiere versorgen. Gleichzeitig wirft sie alle Konventionen über Bord. Sie geht nicht zur Schule und weigert sich in einem Kinderheim zu leben und bleibt somit in gewisser Weise isoliert, weiß sich aber aufgrund ihrer besonderen Charaktereigenschaften gut vor Dieben zu schützen und geht mutig in jedes Abenteuer hinein.
Kinderbücher sollten auf gar keinen Fall verdrängt werden, denn durch das aktive Lesen wird die Fähigkeit zum abstrakten Denken geschult. Innere Vorstellungswelten helfen meist in der Realität besser zurechtzukommen. Natürlich gibt es, wie immer in der Literatur, auch Bücher die negativ beeinflussen können; die Ängste hervorrufen können, wenn sie zu früh gelesen werden. Daher sollte man immer auf das vorgegebene Lesealter achten.